Zu den berühmtesten Touristenattraktionen der Philippinen gehören ohne Frage die Chocolate Hills im Zentrum der Insel Bohol. Die meisten der inmitten von Reisfeldern, Palmen- und Bambuswäldern gelegenen Schokoladenhügel sind zwischen 30 und 50 Meter hoch, und einige Experten haben sich auf die exakte Anzahl von 1.268 festgelegt. Die erstaunlich gleichmäßig geformten Hügel sind mit Gras bewachsen und verfärben sich schokoladenbraun, wenn das Gras am Ende der Trockenzeit verdorrt - daher auch der Name "Chocolate Hills". Zu den anderen Jahreszeiten, speziell während der Monsunzeit von Juli bis Oktober, sind die "Haycocks" (Heuhaufen), wie sie von den Filipinos auch genannt werden, eher grün gefärbt. Auf einem der höchsten Hügel beim Chocolate Hill Complex nahe der Stadt Carmen gibt es eine Aussichtsplattform, zu der eine 214-stufige Steintreppe hinaufführt. Einen besonders anmutenden Blick auf die mysteriöse Landschaft hat man von dort aus übrigens bei Sonnenaufgang.
Es gibt zwei Legenden über die Entstehung der Chocolate Hills. Die eine besagt, daß sich zwei Riesen bei einem mehrere Tage andauernden Kampf mit Steinen und Sand bewarfen. Als sie am Ende ermüdet waren, schlossen sie Freundschaft, verschwanden von der Insel und ließen die Unordnung, die sie auf dem Schlachtfeld gemacht hatten, einfach zurück. Die zweite Legende hingegen ist sehr romantisch und handelt von dem jungen und sehr kräftigen Riesen Arogo, der sich in ein gewöhnliches und sterbliches Mädchen namens Aloya verliebt. Als das Mädchen stirbt, weint Arogo bitterlich, seine Tränen versteinern zu Hügeln und bleiben als Beweis seiner tiefen Trauer zurück.
Tatsächlich gibt es bis heute aus geologischer Sicht keine eindeutige Erklärung zur Entstehungsgeschichte der Schokoladenhügel. Die meisten Wissenschaftler stimmen aber darin überein, daß es sich bei den Hügeln um verwitterte Korallenformationen aus Kalkstein handelt, die auf einer undurchlässigen Schicht aus Ton lagern. Nach einer anderen Theorie lag Bohol vor Millionen von Jahren unterhalb der Meeresoberfläche. Durch austretendes Material kleiner vulkanischer Eruptionen entstanden Unebenheiten auf dem Meeresboden. Die erstarrten Formationen wurden dann nach und nach durch die Strömungen des Wassers abgerundet und zu den heutigen Hügeln geformt.