Philippineninfo - Philippinen Reiseberichte und Informationen

Menu:

Last Update:
September 2010

Factsheet - Pagsanjan


Pagsanjan ist in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Philippinen geworden. Mehr als 500 (an den Wochenenden bis zu 1.000) Touristen aus der ganzen Welt besuchen täglich die Stadt, die nur etwa 100 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Manila entfernt liegt und zu der Provinz Laguna gehört. Komplette Tagestouren mit Reiseführer werden von Manila aus angeboten oder man macht sich auf eigene Faust auf den Weg, z.B. mit dem Bus. Die meisten Besucher kommen aber nicht hierher, um die Stadt zu besichtigen, sondern um auf dem Bumbungan River eine Bootstour zu den Pagsanjan Wasserfällen zu machen. Der Fluß ist der einzige Weg dorthin und führt durch eine über 100 Meter tiefe Schlucht. An den steilen Klippen wachsen wilde Farne, Orchideen und Weine - eine wunderschöne Landschaft, die schon in den Jahren 1975/1976 teilweise als Kulisse für Francis Ford Coppola's Vietnam-Kriegsfilm "Apocalypse Now" diente.

Nachdem man das Eintrittsgeld und sein Ticket bezahlt hat, wird man von erfahrenen Bootsmännern (Banqueros) in Einbäumen etwa 5 Kilometer weit stromaufwärts gepaddelt. Dabei ist jedes Boot (Banca) in der Regel mit zwei Passagieren belegt und wird von zwei Banqueros - einer vorne, einer hinten - gesteuert. An Bord sollte man die angebotene Schwimmweste tragen und vor allem darauf achten, ruhig in der Mitte sitzen zu bleiben, um die Balance des Bootes zu halten. Während der etwa anderthalbstündigen Fahrt zu den Pagsanjan Falls müssen so einige Hindernisse überwunden werden. Es gibt insgesamt 14 Stromschnellen, die meist durch große Gesteinsbrocken im Flußbett entstanden sind. Immer wieder müssen die Steuermänner sich von Steinen und Felswänden abstoßen oder ins Wasser springen, um das Kanu samt Insassen über seichte Stellen oder quergelegte Hölzer hinwegzuziehen - ein unglaublicher Kraftakt. Am oberen Ende des Flußlaufs angekommen, müssen noch ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt werden und man gelangt zu einem kleinen See, in den der Pagsanjan Wasserfall hinunterstürzt. Für ein paar Peso kann man auf einem Bambusfloß direkt unter dem Wasserfall hindurchfahren - eine nasse Angelegenheit, aber auf jeden Fall zu empfehlen!

Flußabwärts ist man dann wesentlich schneller unterwegs. "Shooting the rapids" ist ein echtes Abenteuer und macht riesigen Spaß. Besonders in den Regenmonaten August und September, wenn der Fluß viel Wasser führt, ist wieder einmal die ganze Geschicklichkeit der Banqueros gefragt, die die Bancas mit unglaublicher Leichtigkeit durch die Stromschnellen manövrieren. Aber Vorsicht: Möglichst nicht links und rechts am Rand des Einbaumes festhalten, da man sich sonst an den scharfen Felsbrocken die Finger aufschlagen oder quetschen kann. Wieder am Ausgangspunkt angekommen und mit festem Boden unter den Füßen, wird die frohe Stimmung oftmals durch die Bootsleute getrübt, die nun für ihre Anstrengungen entlohnt werden möchten und mit überhöhten Trinkgeldforderungen aggressiv auf die Touristen einwirken. Da dies aber strikt verboten ist, sollte man gleich zur Kasse gehen, wo man die Tickets gekauft hat und sich beschweren. Allein die Androhung, dies zu tun, wirkt bei den Banqueros meistens Wunder und auf einmal sind sie schon mit einem Bruchteil des vorher geforderten Trinkgeldes zufrieden.

Der Name Pagsanjan (sprich: Pag-sang-han) ist übrigens eine Ableitung von dem Tagalog-Wort "Pinagsangahan", was soviel bedeutet wie "Verzweigung" oder "Abzweigung". Gemeint ist hiermit der Abzweig der beiden Flüsse Bumbungan und Balanac, die bei der Stadt Pagsanjan zusammenfließen und etwas weiter nördlich in die Laguna de Bay, den größten Binnensee der Philippinen, münden. Damals war es für die spanischen Kolonialherren zu schwierig, das mehrsilbige Wort "Pinagsangahan" auszusprechen, und deshalb gaben sie der Stadt den Namen Pagsanjan.

Weitere Informationen zu Pagsanjan in englischer Sprache finden Sie hier.

zurück bitte hier klicken!