Pagsanjan ist in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Ausflugsziele
der Philippinen geworden. Mehr als 500 (an den Wochenenden bis zu 1.000)
Touristen aus der ganzen Welt besuchen täglich die Stadt, die nur etwa 100
Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Manila entfernt liegt und zu der
Provinz Laguna gehört. Komplette Tagestouren mit Reiseführer werden von
Manila aus angeboten oder man macht sich auf eigene Faust auf den Weg, z.B.
mit dem Bus. Die meisten Besucher kommen aber nicht hierher, um die Stadt zu
besichtigen, sondern um auf dem Bumbungan River eine Bootstour zu den
Pagsanjan Wasserfällen zu machen. Der Fluß ist der einzige Weg dorthin und führt
durch eine über 100 Meter tiefe Schlucht. An den steilen Klippen wachsen
wilde Farne, Orchideen und Weine - eine wunderschöne Landschaft, die schon in
den Jahren 1975/1976 teilweise als Kulisse für Francis Ford Coppola's
Vietnam-Kriegsfilm "Apocalypse Now" diente.
Nachdem man das Eintrittsgeld und sein Ticket bezahlt hat, wird man von
erfahrenen Bootsmännern (Banqueros) in Einbäumen etwa 5 Kilometer weit
stromaufwärts gepaddelt. Dabei ist jedes Boot (Banca) in der Regel mit zwei
Passagieren belegt und wird von zwei Banqueros - einer vorne, einer hinten -
gesteuert. An Bord sollte man die angebotene Schwimmweste tragen und vor allem
darauf achten, ruhig in der Mitte sitzen zu bleiben, um die Balance des Bootes
zu halten. Während der etwa anderthalbstündigen Fahrt zu den Pagsanjan Falls
müssen so einige Hindernisse überwunden werden. Es gibt insgesamt 14
Stromschnellen, die meist durch große Gesteinsbrocken im Flußbett entstanden
sind. Immer wieder müssen die Steuermänner sich von Steinen und Felswänden
abstoßen oder ins Wasser springen, um das Kanu samt Insassen über seichte Stellen oder quergelegte Hölzer hinwegzuziehen - ein
unglaublicher Kraftakt. Am oberen Ende des Flußlaufs angekommen, müssen noch
ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt werden und man gelangt zu einem kleinen
See, in den der Pagsanjan Wasserfall hinunterstürzt. Für ein paar Peso kann
man auf einem Bambusfloß direkt unter dem Wasserfall hindurchfahren - eine
nasse Angelegenheit, aber auf jeden Fall zu empfehlen!
Flußabwärts ist man dann wesentlich schneller unterwegs. "Shooting the
rapids" ist ein echtes Abenteuer und macht riesigen Spaß. Besonders in
den Regenmonaten August und September, wenn der Fluß viel Wasser führt, ist
wieder einmal die ganze Geschicklichkeit der Banqueros gefragt, die die Bancas
mit unglaublicher Leichtigkeit durch die Stromschnellen manövrieren. Aber Vorsicht: Möglichst nicht links und rechts am Rand des Einbaumes
festhalten, da man sich sonst an den scharfen Felsbrocken die Finger
aufschlagen oder quetschen kann. Wieder am Ausgangspunkt angekommen und mit
festem Boden unter den Füßen, wird die frohe Stimmung oftmals durch die
Bootsleute getrübt, die nun für ihre Anstrengungen entlohnt werden möchten
und mit überhöhten Trinkgeldforderungen aggressiv auf die Touristen
einwirken. Da dies aber strikt verboten ist, sollte man gleich zur Kasse
gehen, wo man die Tickets gekauft hat und sich beschweren. Allein die
Androhung, dies zu tun, wirkt bei den Banqueros meistens Wunder und auf einmal
sind sie schon mit einem Bruchteil des vorher geforderten Trinkgeldes
zufrieden.
Der Name Pagsanjan (sprich: Pag-sang-han) ist übrigens eine Ableitung von dem
Tagalog-Wort "Pinagsangahan", was soviel bedeutet wie
"Verzweigung" oder "Abzweigung". Gemeint ist hiermit der
Abzweig der beiden Flüsse Bumbungan und Balanac, die bei der Stadt Pagsanjan
zusammenfließen und etwas weiter nördlich in die Laguna de Bay, den größten
Binnensee der Philippinen, münden. Damals war es für die spanischen Kolonialherren zu
schwierig, das mehrsilbige Wort "Pinagsangahan" auszusprechen, und
deshalb gaben sie der Stadt den Namen Pagsanjan.
Weitere Informationen zu Pagsanjan in englischer Sprache finden Sie hier.