Am 15. Juni 1991 kommt es zu einem der größten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts. Nach einer Ruhephase von mehr als 600 Jahren erschüttert der nördlich von Manila gelegene Mount Pinatubo die Insel Luzon und stößt in nur wenigen Tagen etwa sieben Kubikkilometer vulkanisches Material aus. Eine riesige Eruptionswolke aus mehr als 20 Millionen Tonnen Asche und Schwefel ragt bis zu 20 Kilometer in die Stratosphäre empor und breitet sich wie ein Regenschirm 200 Kilometer in alle Richtungen aus. Selbst in dem 1.200 Kilometer entfernten Indochina werden noch Staubniederschläge festgestellt und Wissenschaftler registrieren eine Absenkung der globalen Durschschnittstemperatur um mehrere zehntel Grad Celsius. Des weiteren macht sich die Aschewolke weltweit durch ungewöhnliche Sonnenuntergänge bemerkbar.
Zur eigentlichen Katastrophe kommt es aber erst, als sich die Asche mit tropischen Regenfällen in verheerende Schlammströme verwandelt. Diese sogenannten Lahars verwüsten im Umkreis von 40 Kilometern ganze Landstriche, vernichten insgesamt 80.000 Hektar Reisanbaufläche, stauen Flüsse und begraben zahllose Ortschaften unter sich. Etwa 500 Menschen kommen dabei ums Leben, Zehntausende verlieren ihre Existenzgrundlage. Nur vier Jahre später entsteht durch einen Taifun erneut eine gewaltige Lawine aus Schlamm und Geröll und fordert etwa 1.000 Todesopfer. Auch heute noch warnen Experten vor den Lahars, die durch den starken Monsunregen in dieser Region jederzeit wieder entstehen können.
Eine weitere Gefahr geht von dem Krater des heute noch 1.475 Meter hohen Mount Pinatubo aus. Er ist inzwischen voll mit mehreren 100 Milliarden Liter Regenwasser und droht zu bersten. Der Wasserspiegel steht nur noch wenige Meter unterhalb der tiefsten Stelle des Kraterrandes. Der Kamm besteht aus kantigem Trümmergestein und droht abzubröckeln sobald das Wasser überläuft. Da sich seit dem Ausbruch im Jahre 1991 wieder viele Menschen an den Vulkanhängen angesiedelt haben, könnte dann eine gigantische Flutwelle tausende Leben auslöschen.