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September 2010

Reisebericht Angeles City - Philippinen

vom 30. April 1999 bis 02. Mai 1999

Die Tour nach Angeles City sollte am Anfang unseres Urlaubs stehen. Mit uns auf der Reise waren diesmal unsere Freunde Florian, Matthias und Michael. Von Frankfurt aus flogen wir so gegen 22 Uhr mit der Deutschen Lufthansa ab. Nach einem anstrengenden zwölfstündigen Flug landenten wir am folgenden Tag um etwa 16:30 Uhr Ortszeit in Manila. Glücklicherweise war zu dieser Zeit am Ninoy Aquino International Airport (NAIA) nur wenig Betrieb, so daß wir bei Immigration und Gepäckausgabe kaum Zeit verloren. Noch im Flughafen tauschte jeder von uns einen Reisescheck, um für die nächste Zeit mit ausreichend Bargeld versorgt zu sein. Danach verließen wir das Terminal und uns wurde klar, daß nun schwierige Verhandlungen mit einigen Taxifahrern vor uns lagen, schließlich wollten wir möglichst günstig nach Angeles City (etwa zweieinhalb Stunden nördlich von Manila) kommen. Nachdem wir einen einigermaßen akzeptablen Fahrpreis vereinbart hatten, machten wir uns mit einem klimatisierten Kleinbus auf den Weg. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, daß wir unser Ziel nicht zur geplanten Zeit erreichen würden: Es war Freitag Nachmittag und in Manila war der absolute Mega-Stau - nichts ging mehr. Drei Stunden später wurden wir langsam nervös, da wir uns immer noch in der Hauptstadt befanden. Der Taxifahrer fuhr eine Abkürzung nach der anderen und wir fragen uns heute noch, ob das damals sinnvoll war. Als wir auf einen Highway kamen, regte sich dann endlich auch einmal die Tachonadel im Taxi und wir erreichten Angeles City nach insgesamt sechs Stunden Fahrt um ca. 23 Uhr.
Keiner von uns hatte nach diesem Höllentrip noch Lust auf Hotelsuche zu gehen, trotzdem schauten wir uns einige Unterkünfte an. Letztendlich entschieden wir uns für das America Hotel, weil es zentral gelegen und relativ preiswert war.
Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, ließen wir unser Gepäck auf unsere Zimmer bringen. Durchgeschwitzt von der langen Fahrt waren wir froh endlich duschen zu können. Eine halbe Stunde später trafen wir uns wieder in der Lobby, löschten den ersten Durst mit einer kalten Dose San Miguel Bier und machten uns auf die Suche nach einer netten Kneipe. Schon nach ein paar hundert Metern stellten wir fest, daß wir an diesem Abend nicht verdursten würden: eine Bar reihte sich an die andere.
 Da wir nun die Qual der Wahl hatten, beschlossen wir zunächst in die Bar mit der schönsten Leuchtreklame einzukehren. Nach drei Bieren setzten wir den Zug durch die Gemeinde fort und traten in den frühen Morgenstunden leicht angesäuselt den Heimweg zum America Hotel an. Dort angekommen, verabredeten wir uns noch schnell um halb neun am nächsten Morgen zum Frühstück und fielen total übermüdet in unsere Kojen.
Der zweite Tag begann anders als wir es geplant hatten: Erst um kurz nach neun saßen wir vollzählig am Frühstückstisch. Während unserer Mahlzeit besprachen wir das Tagesprogramm und entschieden uns einstimmig für einen Ausflug zum Vulkan Pinatubo. Etwas unter Zeitdruck begaben wir uns auf unser Zimmer, packten ein paar Klamotten zusammen und machten uns auf den Weg in die Stadt, um einen Tourveranstalter zu suchen.
Bereits nach kurzer Zeit sahen wir auf der rechten Straßenseite ein kleines Office namens "Trend Transport", das Touren zum Pinatubo im Programm hatte. Wir ließen uns beraten und im Gespräch stellte sich heraus, daß eine Vulkanexpedition bis zum eigentlichen Krater des Pinatubos wenigsten drei Tage dauern würde und somit für uns nicht in Frage kam. Als Alternative wurde uns vorgeschlagen, einen Tagesausflug in die etwa zwanzig Kilometer vom Mount Pinatubo entfernten Canyons zu machen. Uns wurde versichert, daß man auch hier das ganze Ausmaß des zuletzt im Juni 1991 ausgebrochenden Vulkans zu sehen bekommt.
Nachdem wir uns dafür entschieden hatten, gab man uns noch einen entscheidenen Tip: Wasser einpacken, soviel man tragen kann. Kurzerhand bezahlten wir die Tickets, in deren Preis die Fahrt im Jeep und der Guide inbegriffen waren, und besorgten uns jeder vier Flaschen Wasser in einer Bar um die Ecke. Als wir wieder beim Office ankamen, stand der Wagen inklusive Fahrer schon bereit und die Entdeckungsreise konnte beginnen. Vor uns lag nun eine etwa halbstündige Fahrt in die Nähe der Canyons. Der Weg dorthin führte uns durch das Gelände der "Clark's Air Base", einen ehemaligen Militärstützpunkt der Amerikaner zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.
Danach kamen wir in ein kleines Dorf, in dem unserer Tourguide in den Jeep hinzustieg. Das Gelände wurde nun langsam unwegsamer und nach zehn weiteren Minuten endete unsere Fahrt vor ein paar Hütten inmitten einer kleinen Siedlung. Von hier aus mußten wir nun zu Fuß weiter. Unser Guide machte uns darauf aufmerksam, daß der vor uns liegende Trip nicht ganz ungefährlich sei und riet uns, ihm möglichst dicht zu folgen. Als wir nach dem Grund fragten, erklärte er uns, daß es speziell in den Flußläufen der Canyons "Quicksand" gäbe. Dieses schlickartige Gemisch aus Sand und Vulkanasche wird immer wieder nach starken Regengüssen aus den Bergen in die Täler hinuntergespült und man kann darin leicht versinken.
Nach 15 Minuten Fußmarsch mußten wir feststellen, daß jeder schon eine seiner Wasserflaschen gelöscht hatte, was bei dieser Gluthitze durchaus verständlich war. Die Sonne stand zu dieser Zeit fast senkrecht am Himmel, wir hatten keine Möglichkeit in den Schatten zu fliehen und unser Begleiter gab gnadenlos das Marschtempo vor. Erschöpft und gleichzeitig überwältigt waren wir, als wir nach einer knappen Stunde den oberen Rand der Canyons erreichten: Vor uns lagen gigantische Felsschluchten, die schier endlos zu sein schienen. Diese fantastische Aussicht nutzten wir, um ein paar Fotos zu machen und leerten eine weitere Flasche Wasser. Es war kaum vorstellbar an dieser Stelle einen Abstieg in die Schlucht zu wagen, doch genau das hatte unser Guide mit uns vor. Da wir die Tour an dieser Stelle nicht abbrechen wollten, fügten wir uns dem Schicksal und begannen mit zitternden Knien langsam den Abstieg. Nur ein falscher Schritt hätte das Ende bedeuten können. Vorsichtig setzten wir einen Fuß vor den anderen, versuchten zusätzlich mit den Händen an Felsvorsprüngen Halt zu finden und hielten einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Vordermann. Etwa eine halbe Stunde später erreichten wir die Talsohle des Canyons. Glücklicherweise hatte sich niemand bei dem Abstieg in die ca. 100 Meter tiefe Schlucht verletzt und so konnten wir die Trekkingtour nach einer kurzen Verschnaufpause fortsetzen. Vor uns lag nun etwas leichteres Gelände, wir wateten durch einen Flußlauf und genossen den Schatten, den uns die hohen Felswände spendeten. Unser Ziel war eine kalte Quelle, zu der wir nach einer weiteren Stunde Fußmarsch gelangten. An diesem Platz verweilten wir eine ganze Zeit, erfrischten uns in dem eiskalten Wasser und nutzen die Gelegenheit für einige Fotoaufnahmen. Inzwischen war es fast drei Uhr nachmittags und wir beschlossen einstimmig uns auf den Rückweg zu machen. Dieser fiel uns wesentlich leichter, da die Temperatur auf ein erträgliches Niveau gesunken war.

 

Gegen 17 Uhr trafen wir wieder bei dem "Trend Transport" Office ein. Da wir mit den Leistungen und dem Service des Veranstalters sehr zufrieden waren, buchten wir hier gleich den Flughafentransfer (Angeles City - Manila) für den nächsten Tag. Dafür wurden wir anschließend sogar noch zu unserem Hotel gefahren. Nachdem wir uns bisher den ganzen Tag nur von Wasser ernährt hatten, waren wir froh unserem Körper endlich etwas gutes tun zu können: Wir orderten fünf Bier, sprangen in den hoteleigenen Pool und saugten genüßlich an den Flaschen. Als es zu regnen anfing, begaben wir uns an die Poolbar und ließen noch ein paar Mal die Luft aus den Flaschen. Das Bier regte schon bald unseren Appetit an und wir überlegten, wo wir an diesem Abend essen gehen könnten. Die Antwort konnte nur das "Philippinen Reise-Handbuch" von Jens Peters geben. Bereits nach kurzer Zeit wurden wir fündig und entschieden uns für das Maranao Grill Restaurant im Oasis Hotel, eine angeblich erstklassige Adresse für gute Steaks.
Angetrieben vom Hunger beendeten wir das kleine Gelage, duschten auf unseren Zimmern, zogen uns passend an und suchten uns vor dem Hotel zwei Tricycles. Keine zehn Minuten später standen wir in der Lobby vom Oasis Hotel und fanden auch schnell den Eingang zum Restaurant. Wir nahmen an einem gemütlichen Tisch Platz und bestellten jeder ein Pfeffersteak, die Spezialität des Hauses. Nachdem wir uns an der Salatbar bedient hatten, kam auch schon der Koch, um vor unseren Augen die flambierte Pfeffersoße zuzubereiten. Das Essen schmeckte allen ganz ausgezeichnet und frisch gestärkt machten wir uns anschließend auf den Weg in die Stadt, um noch ein paar Bierchen zu trinken. Wie der Zufall es wollte trafen wir in einer Bar jemanden, dessen Gesicht uns bekannt vorkam: Es war Jens-Peters, der Autor des wohl bekanntesten deutschsprachigen Philippinen-Reiseführers. Wir wechselten kurz ein paar Worte mit ihm, nahmen noch einige Getränke zu uns und verließen die Bar so gegen zwei Uhr morgens in Richtung Hotel.
Am nächsten Morgen standen wir frühzeitig auf, um vor unserer Abreise nach Manila noch in Ruhe frühstücken und im Hotel auschecken zu können. Der Fahrer des bereits am Vortag gebuchten Airport-Transportation-Services war überpünktlich, die Koffer waren schon gepackt und so fuhren wir planmäßig um kurz nach neun aus Angeles City ab. Anders als auf dem Hinweg kamen wir ohne nennenswerte Verzögerungen nach nur zweieinhalb Stunden in Manila an. Von dort aus sollte es dann gleich im Anschluß zu unserer nächsten Zwischenstation gehen: Busuanga Island im Norden der Insel Palawan (siehe hierzu auch Reisebericht Busuanga Island).