vom 17. April 2000 bis 19. April 2000
| Manila, Montag Abend kurz nach sechs Uhr: Wir saßen an der Lobby-Bar des Las Palmas Hotels im Stadtteil Malate und besprachen letzte Einzelheiten zu unserem bevorstehenden Ausflug zu den Reisterrassen bei Banaue. Nur wenige Minuten später trafen unsere Bekannten Carol und Weng, mit denen wir zum Essen verabredet waren, ein. Wir wollten die beiden einladen, denn sie hatten unsere Bus-Tickets besorgt und waren uns mehr als behilflich bei den Vorbereitungen zu dieser Tour. Da wir nach dem Dinner nicht mehr ins Hotel zurück, sondern gleich zum Busterminal aufbrechen wollten, packten wir zunächst unsere Rucksäcke. Glücklicherweise war unsere größte Sorge, das komplette Reisegepäck mitnehmen zu müssen, unberechtigt: Wir konnten unsere Koffer kostenlos im Gepäckraum des Hotels unterstellen - natürlich nur, weil wir bereits ein Zimmer für die zwei Nächte nach unserer Rückkehr reserviert hatten. Mittlerweile war es schon 19:15 Uhr, wir hatten Hunger und die Zeit saß uns im Nacken. |
| Nicht zuletzt deswegen entschieden wir uns für das Restaurant "Don Henricos" schräg gegenüber vom Las Palmas an der Ecke Mabini Street/Pedro Gil. Die Kellner staunten nicht schlecht, als zwei stämmige Europäer mit komplettem Marschgepäck und deren Begleitung an einem doch sehr schmalen Vierertisch Platz nahmen. Die georderten Gerichte (Pizza & Pasta) schmeckten allen ganz ausgezeichnet. Alles in allem belief sich die Rechnung auf 1.000 Peso inklusive Trinkgeld und wir verließen das Restaurant so gegen 20:30 Uhr. |
| Von dort aus nahmen wir ein Taxi direkt zum Terminal der Autobus Company in Quezon City, wo wir schon 30 Minuten später eintrafen. Den Fahrer entlohnten wir für seine Dienstleistung mit umgerechnet DM 4,00. Das war allemal mehr als das Taxameter anzeigte. An der Busstation herrschte eine ungemeine Betriebsamkeit, unzählige Menschen drängten sich dicht an dicht an den Countern und um die parkenden Busse. Die einen versuchten sich noch ein Ticket zu ergattern, die anderen waren damit beschäftigt, ihr Hab und Gut in den begrenzten Stauräumen der Fahrzeuge unterzubringen - unglaublich, welche Mengen dort Platz fanden. Carol und Weng brachten in Erfahrung, daß unser Bus nach Banaue - Nr. 117 - in Kürze bereitgestellt werden würde. In der verbleibenden Zeit organisierten wir ein paar Flaschen Wasser und unterhielten uns über das Programm nach der Banaue-Tour. Schließlich traf der Bus ein, wir verabschiedeten uns von den beiden jungen Damen und nahmen unsere festen Plätze ein - alles andere als bequem, zumal der Bus bis auf den letzten Platz (inkl. der Klappsitze im Gang) belegt war. |
| Fast pünktlich - für philippinische Verhältnisse eher unüblich - fuhr der Bus um 22:10 Uhr ab. Die ersten zwei Stunden bis zum ersten Stopp vergingen wie im Fluge, denn wir schenkten unsere Aufmerksamkeit dem gezeigten James-Bond-Movie "For Your Eyes Only". Den kurzen Halt von etwa 15 Minuten nutzten fast alle, um sich die Beine zu vertreten, zu rauchen, sich etwas zu essen zu kaufen oder um die Blase zu leeren. Danach ging es gleich weiter. Die Sitze stellten sich inzwischen als so unbequem heraus, daß uns - auf gut deutsch gesagt - der "Arsch" weh tat und wir nicht mehr wußten, wie wir noch sitzen sollten. Das zweite Video war grottenschlecht und bot uns deshalb keine Ablenkung. So waren wir dann ungemein froh, als um 3:30 Uhr eine zweite, etwa 30-minütige Pause anstand. Auch auf der letzten Etappe fanden wir keinen Schlaf, vielmehr waren wir ständig damit beschäftigt, uns neu zu platzieren. Gegen Ende der Fahrt wurde der Bus zunehmend leerer, denn an jeder kleinen Hütte wollte jemand aussteigen. |
| Danach gingen wir mit Tom, so hieß unser Begleiter, etwas frühstücken. Nebenbei erzählten wir ihm von unserem Vorhaben, in der knappen Zeit möglichst viel von den Reisterrassen rund um Banaue sehen zu wollen. Freundlich fragte er uns, ob wir seine Dienste als Guide in Anspruch nehmen würden. Wir zeigten uns gesprächsbereit, diskutierten verschiedene Alternativen und sprachen bei einer Tasse Nescafe über die Preise. Von der Idee, noch einen Abstecher nach Bontoc und Sagada zu machen, verabschiedeten wir uns schnell, da dies in der kurzen Zeit einfach nicht machbar war. Letztendlich einigten wir uns auf folgende Tour: Erst einen kurzen Abstecher zum Banaue View Point, danach ein Kurzbesuch in einem kleinen Ifugao-Dorf namens Bangaan Village und anschließend eine Wanderung nach Batad, wo wir auch übernachten wollten. Für den nächsten Tag war ein Stopp beim Guihob Natural Pool und der Besuch in einer Bronzeschmiede bei Matanglag geplant. |
| Nicht weit von dort entfernt gaben wir uns ganz als Touristen und ließen uns zusammen mit vier einheimischen Frauen, die in typischer Ifugao-Tracht gekleidet waren, gegen ein kleines Trinkgeld fotografieren. |
| Da wir für diesen Tag den Jeepney nicht mehr brauchten, verabschiedeten wir uns von den Fahrern und machten uns auf den Weg ins Tal. Der Abstieg gelang uns in einer knappen halben Stunde und führte im Zickzack-Kurs die Terrassen hinunter. Unten angekommen, erklärte uns Tom einiges über das Dorf, so z.B. die Bauweise der Ifugao-Hütten. Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und gönnten uns eine kurze Pause. Trotz der seit Jahrhunderten gepflegten Kultur mußten wir auch hier nicht auf unsere Coca-Cola verzichten. Um 11:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Die Anstrengung konnten wir schon nicht mehr so leicht wegstecken, speziell die letzten zweihundert Meter schlauchten wegen der besonders starken Steigung ungemein. Eine weitere Pause war nötig, um unseren Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Um kurz nach 12:00 Uhr ging es bei brütender Mittagssonne weiter bis zu einer Abzweigung (Junction) zwischen Bangaan und Anaba. |
Von hier aus nahmen wir uns ein Taxi nach Malate zu unserem Hotel, wo wir ja bereits schon eine Reservierung für die kommende Nacht gemacht hatten. Als wir kurz nach 3:00 Uhr im Las Palmas Hotel ankamen, machte uns die junge Dame an der Rezeption freundlicherweise darauf aufmerksam, daß wir schon ab 4:00 Uhr in unser Zimmer könnten, ohne daß man uns den Rest dieser Nacht noch berechnen würde. Kurzentschlossen entschieden wir uns für ein vorgezogenes Frühstück bei Wendys, zwei Blöcke entfernt vom Las Palmas. Punkt 4:00 Uhr morgens standen wir wieder in der Hotel-Lobby, checkten ganz normal ein, ließen unser deponiertes Gepäck holen, gingen aufs Zimmer, duschten und fielen danach todmüde in die Falle. |
| Fazit: Es war eine
spitzenmäßige, aber auch sehr anstrengende Tour. Unbedingt zu
empfehlen!
Weitere Fotos zu dieser Tour finden Sie bei uns in der Fotogalerie Reisterrassen um Banaue: placeholder |