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September 2010

Reisebericht Bohol - Philippinen

vom 02. Juni 1998

Auf unserer Reise nach Boracay machten wir (Thomas, Christian und Florian) zunächst einen dreitägigen Zwischenstop in Cebu. Dabei hatten wir von vornherein einen Tagesausflug auf die Insel Bohol fest mit eingeplant, speziell um uns die bekannten Chocolate Hills anzuschauen. Nach einer kurzen Nacht im Harbor View Hotel in der Stadt Cebu brachen wir bereits am frühen Morgen mit dem Taxi zum Hafen auf, um unsere Fähre nach Tagbilaran nicht zu verpassen.

Dort angekommen besorgten wir uns als erstes die Tickets für die Überfahrt nach Bohol und begaben uns anschließend in die Wartehalle. Da uns die Nahrungsaufnahme morgens im Hotel noch etwas schwer fiel, holten wir dies nun mit ein paar Donuts nach. Den Nachdurst stillten wir mit einem limonadenähnlichen Getränk. Eine halbe Stunde später konnten wir unsere fest zugeteilten Sitzplätze auf der Supercat-Ferry einnehmen. Die Schnellfähre machte einen für philippinische Verhältnisse äußerst guten Eindruck auf uns. Sie war sauber und die gepolsterten Sitze boten auch großen Europäern genug Platz. Selbst an die Sicherheit der Passagiere wurde gedacht: Unter jedem Sitz waren Rettungswesten vorhanden und zudem wurde eine Sicherheitsbelehrung ähnlich wie in Flugzeugen durchgeführt.
Mit etwas Verspätung legten wir am Pier ab und erreichten nach anderthalb Stunden Tagbilaran, die Hauptstadt der Insel Bohol. Nachdem wir die Fähre verlassen hatten, wurden wir wie erwartet von einer Horde geschäftstüchtiger Taxifahrer empfangen, die uns sofort ihre Dienstleistungen aufdrängen wollten. Wie gewohnt lehnten wir dankend ab, schauten uns zunächst auf einem am Hafen liegenden Markt um und rauchten dabei die eine oder andere Zigarette. Nach einiger Zeit hatten sich die Gemüter etwas beruhigt und so nahmen wir die Verhandlungen mit einem Taxifahrer, der uns seriös erschien, wieder auf.
Wir beschrieben ihm unser Anliegen und machten einen für beide Seiten akzeptablen Deal. Keine Minute später saßen wir auch schon im Taxi und machten uns auf den Weg zu den Chocolate Hills. Unterwegs mußten wir einen Zwischenstop in einer kleinen Stadt machen, da unser Fahrer tierischen Schmacht bekam. Wir meinten es gut und spendierten ihm ein Frühstück.
Danach ging es auf relativ gut ausgebauten Straßen direkt weiter zu den Choco Hills. Der Taxi-Driver fuhr uns nach Entrichtung einer kleinen Eintrittsgebühr auf einen Hügel, auf dem sich ein Restaurant und eine Aussichtsplattform befand.
Da wir mittlerweile zweieinhalb Stunden im Auto gesessen hatten, machte sich auch bei uns der Hunger bemerkbar und wir entschieden uns noch vor dem Aufstieg zur Aussichtsebene das Restaurant aufzusuchen. Wir nahmen auf einer Terrasse Platz und bestellten etwas zu essen sowie ein paar kühle Getränke. Die Menüs ließen nicht lange auf sich warten und schon kurze Zeit später befanden sich nur noch ein paar Fischgräten und Hühnerknochen auf den Tellern.
Gut gestärkt kraxelten wir nun bei brütender Mittagssonne die gut einhundert Stufen zur Aussichtsplattform hinauf, wo wir vollkommen durchgeschwitzt und mit den Kräften am Ende ankamen. Doch der Aufstieg hatte sich gelohnt: Uns bot sich eine fantastische Aussicht auf Hunderte von großen braunen Schokoladenhügeln, die sich bis zum Ende des Horizonts erstreckten. 
Diese Eindrücke mußten unbedingt auf Fotos festgehalten werden und so ließen wir die Kameras heißlaufen. Ein wenig Aufmerksamkeit widmeten wir noch einer Steintafel, auf der die Entstehungsgeschichte der Chocolate Hills beschrieben war. Der Informationstafel entnahmen wir unter anderem, daß die Anzahl der Hügel auf insgesamt 1268 beziffert wird.
Etwas unter Zeitdruck stiegen wir den Hügel wieder hinab, weckten den im Auto schlafenden Taxifahrer und machten uns auf den Rückweg. Zurück ging die Fahrt vorerst die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg, vorbei an Reisfeldern und durch einen Mahagoniwald.
Da wir gut in der Zeit lagen, griffen wir einen Vorschlag unseres Fahrers auf und hielten kurz an einem Fluß, dem Loboc River. Von einer Hängebrücke, die über den Fluß führte, machten wir einige schöne Landschaftsaufnahmen. Ein paar Kilometer weiter stoppten wir noch ein zweites Mal, um den auf Bohol beheimateten Tarsier, die kleinste Affenart der Welt, zu bestaunen. Zwei dieser nur faustgroßen Exemplare wurden hier von Einheimischen in Käfigen gehalten und durften auf Wunsch gestreichelt werden.

 

Während des Gesprächs mit den Filipinos bot man uns an, auf dem Loboc River mit dem Auslegerboot ein Stückchen flußabwärts zu fahren. Von dieser Möglichkeit waren wir sofort begeistert und verabredeten mit dem Taxi-Driver einen Treffpunkt, wo er uns wieder auflesen sollte. Die Fahrt wurde zu einem unvergeßlichen Erlebnis: Der kurvenreiche Fluß war an den Ufern dicht mit Palmen bewachsen und das Wasser schimmerte grün bis türkisblau. Die Ruhe wurde nur durch die Geräusche des Außenborders gestört. Auf der Bootstour beobachteten wir zwei Wasserbüffel, einige Kinder, die sich und ihre Kleidung im Fluß wuschen und uns zuwinkten sowie ein Hausboot, das zu einer Art Restaurant umfunktioniert worden war.
Etwa eine Stunde später wurden wir bereits vom Taxifahrer an einer Brücke wie vereinbart erwartet. Der letzte Programmpunkt unserer Bohol-Tour war die älteste Steinkirche (erbaut 1595) der Philippinen. Nach einer kurzen Besichtigung setzten wir unsere Rückreise fort und erreichten Tagbilaran so gegen 14:30 Uhr. So blieb genug Zeit, um Tickets für die Fähre nach Cebu zu kaufen und bei einem kühlen San Miguel das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen.