Philippineninfo - Philippinen Reiseberichte und Informationen

Menu:

Last Update:
September 2010

Reisebericht Corregidor Island - Philippinen

vom 15. November 1999

Schon auf unserer letzten Philippinenreise hatten wir uns vorgenommen, einmal einen Tagesausflug auf die Insel Corregidor zu unternehmen - doch damals war leider etwas dazwischen gekommen. Deshalb waren wir froh, daß der Tag nun endlich gekommen war. Wir fühlten uns zwar noch etwas ausgelaugt von der am Vortag gemachten Tour nach Tagaytay, saßen aber dennoch schon um 8:00 Uhr am Frühstückstisch des Las Palmas Hotels.
Keine Minute später begrüßte uns auch schon ein freundlicher und scheinbar motivierter Kellner, um unsere Bestellung entgegenzunehmen. Standesgemäß orderte jeder von uns ein Continental Breakfast (2 Scheiben Toast, Butter, Marmelade, Kaffee und ein Glas Saft). Die einzelnen Komponenten wurden zeitversetzt innerhalb von etwa 30 Minuten geliefert. Nur mit der Marmelade gab es Probleme: Nachdem wir drei verschiedene Kellner auf das Fehlen des Brotaufstrichs aufmerksam gemacht hatten, stellte sich am Ende heraus, daß an diesem Tag keine Marmelade vorrätig war. Leicht verärgert und inzwischen auch unter Zeitdruck würgten wir das Frühstück runter, um rechtzeitig unsere Verabredung mit Carol, Weng und Lala wahrnehmen zu können. Mit unserer Begleitung wollten wir uns um 9:00 Uhr in der Hotel-Lobby treffen.
Um die Wartezeit zu überbrücken, erkundigten wir uns beim Concierge des Hotels nach Möglichkeiten auf die Insel Corregidor zu gelangen. Man gab uns die Auskunft, daß es für die Standard-Tagestour zu spät wäre, da die Fähre bereits um 7:30 Uhr abgefahren sei. So konnte es uns dann auch fast egal sein, daß die drei jungen Damen mit mehr als einstündiger Verspätung das Hotel betraten. Nun folgte eine kurze Lagebesprechung mit dem Ergebnis, zunächst mit dem Taxi zum Hafen in die Nähe des Harrison Plazas zu fahren, um noch einige Sachen zu erledigen.
Gesagt - getan. Keine 20 Minuten später waren wir am Cultural Center. Hier trennten sich vorübergehend unsere Wege. Lala ging zum nur wenige hundert Meter entfernten Hafen, um sich nach einer Fährverbindung nach Corregidor zu erkundigen und Carol und Weng begleiteten uns zum Harrison Plaza, wo Thomas im SM-Department-Store Geld wechselte.
Anschließend machten wir uns dann auch auf den Weg zum Hafen, passierten den Roxas Boulevard und erreichten das CCP Bay-Terminal (am Yachthafen) nach nur 15 Minuten um etwa 12:15 Uhr. Lala wartete schon und erzählte uns, daß an diesem Tag keine Fähre mehr nach Corregidor Island übersetzen würde.
Stattdessen hatte sie fünf Tickets für eine Fahrt nach Bataan, eine Halbinsel auf der anderen Seite der Manila Bay, reserviert. In der Hoffnung, von dort aus nach Corregidor zu gelangen, kauften wir die Tickets (je 150 Peso + 5 Peso Hafengebühr pro Person) für die Fähre, die um 13:50 Uhr auslaufen sollte.
Wir begaben uns in die Wartehalle, suchten einen Sitzplatz und rauchten eine Zigarette. Von hier aus konnte man in der Ferne das Manila Hotel am Rizal Park erkennen. Mittlerweile schrieen unsere Körper nach Nahrung, deshalb hielten wir nach etwas Essbarem Ausschau.
Das Glück war auf unserer Seite: Am Ausgang der Halle gab es Hot-Dogs und Donuts in den verschiedensten Variationen. Für sechs Donuts, zwei Hot-Dogs und eine Art Waffel  bezahlten wir gut 100 Peso - das konnten wir uns gerade noch leisten. Wir kehrten zu unseren Plätzen zurück, wo sich unsere Begleiterinnen angeregt mit einem älteren Einheimischen unterhielten.
Er selbst nannte sich "Mr. Ray" und hatte elf Jahre in Saudi Arabien gelebt und gearbeitet. Wir verteilten die Donuts und Hot-Dogs und bekamen am Rande des Gesprächs mit, daß sich unsere Tour nach Corregidor schwieriger gestalten sollte, als zunächst angenommen. Leider fuhr am späten Nachmittag weder von Corregidor Island noch von Orion auf Bataan eine Fähre nach Manila zurück. Von der einzigen Möglichkeit die Rückreise von Bataan mit dem Bus anzutreten waren wir absolut begeistert, denn das würde mindestens vier Stunden dauern. Uns blieb keine Zeit weiter darüber nachzudenken, da die Fähre in den Hafen einlief und die wartenden Passagiere hektisch zum Gate der Anlegestelle stürzten. Nachdem die ankommenden Fahrgäste ausgestiegen waren, begaben wir uns über das Pier auf das Katamaran-Boot (MT. Samat Ferry Express, Inc.) und saßen fünf Minuten später auf unseren Plätzen.
Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung legte das Schiff pünktlich um 13:50 Uhr ab. Die Überfahrt zur Hafenstadt Orion dauerte gut eine Stunde. Mr. Ray bot uns seine Hilfe an und erzählte von einem Bekannten, der mit seinem Auslegerboot eine Fahrt nach Corregidor organisieren könne.
So hefteten wir uns an seine Fersen und gingen zunächst einige hundert Meter zu Fuß bis zu einer Hauptstraße weiter. Dort mußten wir nicht lange auf den nächsten Jeepney warten und fuhren etwa eine halbe Stunde in Richtung Süden. 
Um 15:30 Uhr erreichten wir ein kleines Dorf namens Lamao. Ein schmaler Trampelpfad führte uns zu einer Hütte, wo Ray seinen Bekannten zu treffen hoffte. Dieser war jedoch nicht zu Hause. Während wir weitere Optionen besprachen, kam ein Typ auf einem Fahrrad vorbei und schaltete sich mit in die Diskussion ein. Für zweieinhalbtausend Peso wollte er uns nach Corregidor bringen. Alle waren sich sofort einig: viel zu teuer, zumal er keine Verhandlungsbereitschaft zeigte.
Mittlerweile hatten sich um uns schon jede Menge Menschen versammelt und wir waren froh, als sich ein weiterer von Ray's Bekannten anbot, uns mit seinem Jeepney zu einem Resort zu bringen, von wo aus ebenfalls Fahrten zur Insel angeboten werden sollten. Wir erklärten uns einverstanden und trafen 15 Minuten später an besagtem Resort ein. Hier machte man uns ein besseres Angebot: PHP 1.500. Diesen Preis konnten wir sogar noch um die Hälfte drücken.
Jetzt waren wir fast am Ziel unseres Ausflugs, denn Corregidor Island lag endlich in Sichtweite. Routinemäßig ließen die Bootsleute ein Pumpboat zu Wasser, ließen den Einzylinder an und nahmen Kurs auf die Insel. Nach einer 20-minütigen Überfahrt legten wir an einem völlig verdreckten Strand beim "North Dock" an und betraten exakt um 16:30 Uhr das kleine Eiland.
Wir wurden zum nahegelegenen Office der Corregidor Foundation, Inc. geleitet, wo wir eine Rundfahrt mit einem Jeepney für gut 100 Peso pro Person buchten. Während der Wagen geholt wurde, machten wir einige Fotos im "General Douglas MacArthur Park". Danach starteten wir unsere Inselrundfahrt und stoppten das erste Mal im "Filipino-American Friendship Park".
Da wir noch vor Sonnenuntergang möglichst viel von der Insel sehen wollten, hielten wir uns hier wie auch an den meisten anderen Stationen nur wenige Minuten auf. Es ging weiter, vorbei am "Aviary / Bird Park", den "Middleside Barracks", an gigantischen Kanonen auf der Westseite von Corregidor bis zum "Lighthouse". Dort nahmen wir uns etwas mehr Zeit und bestiegen den Leuchtturm, um den schönen Ausblick über die Insel zu genießen.
Danach kamen wir zu einem weiteren Highlight, dem "Pacific War Memorial". In diesem kleinen Museum sind zahlreiche Waffen und anderes Kriegsgerät aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt. Als wir das Museumsgebäude verließen verschwand gerade die Sonne hinter dem Horizont - schlecht für weitere Fotoaufnahmen. Dennoch setzten wir die Fahrt fort. An dieser Stelle sei einmal lobend erwähnt, daß Corregidor Island über ein ausgesprochen gut ausgebautes Straßenlabyrinth verfügt und sich dem Besucher in einem sauberen, gepflegten und naturbelassenen Zustand präsentiert.
Zudem hat man die Möglichkeit, in bestimmten Bereichen des Geländes zu campen und es wurde uns sogar gestattet, unbeaufsichtigt die nicht gesicherten und teilweise völlig zerbombten Ruinen zu erkunden. Beim Hinabsteigen in die dunklen Gemäuer hatte plötzlich jeder von uns das Gefühl, der Geschichte ganz nahe zu sein. Kaum hatten wir unsere Kurzexpedition in der Ruine beendet, ging es auch schon weiter zum "Malinta Tunnel".
Vor dem Eingang erklärte uns der Fahrer, daß er uns mit dem Jeepney auf der anderen Seite des Tunnels wieder abholen würde. So durchquerten wir den dürftig beleuchteten, knapp 300 Meter langen bunkerartigen Stollen und nahmen nach gut zehn Minuten wieder im Jeepney Platz. Von der "Light and Sound Show" bekamen wir nichts mehr mit, denn dafür war es leider schon zu spät. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt unserer Rundreise stoppten wir noch einmal kurz auf einer Klippe und warfen einen Blick auf den "Beach Resort Complex". Um 18:30 Uhr hieß es dann Abschied nehmen von Corregidor Island.

Weitere Informationen zu Corregidor Island finden Sie hier.

In der folgenden halben Stunde schipperten wir mit unseren Bootsleuten - die brav gewartet hatten - bei völliger Dunkelheit und leicht rauer See zurück nach Bataan. Am Festland angekommen, bedankten wir uns bei der Crew, bezahlten den vereinbarten Fahrpreis und marschierten in Richtung Dorfmitte, in der Hoffnung von dort aus irgendwie zurück nach Manila zu kommen. An der Hauptstraße rauchten wir zunächst eine Zigarette und richteten uns auf eine längere Wartezeit ein. Doch wir hatten uns wieder einmal viel zu viel Gedanken gemacht: Nach nur 10 Minuten hielt ein Van und der Fahrer bot sich an, uns für ein besseres Trinkgeld mit nach Manila zu nehmen. Wir verabschiedeten uns von Mr. Ray, dankten ihm für seine freundliche Hilfe und stiegen in den Kleinbus ein. Auf dem Weg nach Manila hielten wir nur kurz zum Tanken und bei Jollibee. Um etwa 22:15 Uhr setzte uns der Fahrer direkt am Las Palmas Hotel ab. Bevor sich Carol, Lala und Weng auf den Heimweg machten, verabredeten wir uns noch für den folgenden Tag.
Rückblickend können wir sagen, daß dieser Ausflug allen sehr gefallen hat und wohl auch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir empfehlen aber jedem, der Corregidor Island besuchen möchte, schon in den frühen Morgenstunden aufzubrechen, um die Insel in Ruhe (und vor allem bei Tageslicht!) erkunden zu können. Sicherlich sind auch die angebotenen Pauschal-Touren eine Alternative zu unserer Expedition auf eigene Faust - aber das muß letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.