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September 2010

Reisebericht Tagaytay - Philippinen

vom 14. November 1999

Es war acht Uhr morgens als uns der Operator des Las Palmas Hotels mit seinem "Wake-Up-Call"  aus dem Schlaf riß. Damit begann für uns der zweite Tag unserer Philippinenreise in der Hauptstadt Manila. Der Jet Lag und die letzte Nacht im Cowboy Grill hatten deutliche Spuren hinterlassen. Es blieb gerade noch Zeit für ein kleines Frühstück, denn bereits für neun Uhr waren wir mit Carol und Weng von der Zeitung "Philippine Daily Inquirer" verabredet - ein Tagesausflug nach Tagaytay stand auf dem Programm.
Mit einem pünktlichen Erscheinen der beiden hatten wir nicht gerechnet und so waren wir froh, daß wir "schon" um 9:45 Uhr mit dem Taxi vom Hotel losfahren konnten. Zunächst ging es in Richtung Makati zu einem Busbahnhof, wo wir etwa um zehn Uhr eintrafen.
Während wir auf den Public-Bus warteten, nutzte Christian die Gelegenheit und besorgte ein paar Flaschen Wasser für die Reise. Eine gute halbe Stunde später fuhr der Bus ab und quälte sich durch den Verkehr der Hauptstadt. Den Ticketpreis von ca. 40 Peso pro Person entrichteten wir während der Fahrt. Die Strecke führte uns über eine mehr oder wenig gut ausgebaute Straße in den Süden der Hauptinsel Luzon (Tagaytay liegt geografisch zwischen Manila und der Hafenstadt Batangas unweit des Vulkansees Taal).
Wir erreichten unser Ziel nach anderthalbstündiger Fahrt um ca. 12:15 Uhr, gerade rechtzeitig zur Lunch-Time. Glücklicherweise befanden sich in unmittelbarer Nähe der Bushaltestelle ein McDonald's Drive Thru sowie das Max's, ein einheimisches Fast-Food-Restaurant. Carol und Weng zuliebe entschieden wir uns für letzteres. Für weniger als 500 Peso orderten wir vier verkümmerte Hühnerschenkel mit Pommes bzw. Reis und eigenartigem Gemüse sowie diverse Getränke - mehr gab die Speisekarte einfach nicht her. Es gab keinen Grund sich dort länger aufzuhalten und so machten wir uns bereits eine halbe Stunde später wieder auf den Weg.
Für jeweils 50 Peso ließen wir uns in ca.15 Minuten mit zwei Tricycles zur höchsten Erhebung Tagaytays bringen. Speziell auf den letzten Metern hatten die Fahrer mit ihren Vehikeln aufgrund der enormen Steigung hart zu kämpfen. Inzwischen war es 13:00 Uhr und wir waren nur noch zehn Gehminuten von der Spitze des Berges entfernt.
Dort befand sich der "People's Park In The Sky", eine Anlage mit Aussichtsplattform, Restaurant und Pool. Die Entrittsgebühr spendierten uns Carol und Weng.
Etwas aus der Puste und geschlaucht von der brütenden Mittagssonne gönnten wir uns zunächst eine Pause und genossen den weiten Blick in die Ferne.
Wie gut, daß Carol ein Fernglas mitgebracht hatte, denn die Aussicht war fantastisch.
Vor uns lag der noch heute sehr aktive Taal-Vulkan inmitten eines riesigen Kratersees - eine hervorragende Gelegenheit, um Fotos zu machen.
Danach verließen wir vier die Aussichtsplattform, gingen hinunter in den Poolbereich und suchten uns ein schattiges Plätzchen. Wir relaxten, quatschten und vergaßen die Zeit. Auf einmal war es schon 15:30 Uhr, wohl zu spät, um noch zur Vulkaninsel überzusetzen.
Trotzdem wurde der Entschluß gefaßt, es wenigstens zu versuchen. Kurzerhand machten wir uns wieder auf den Weg und nahmen den erstbesten Jeepney in Richtung Stadt. Um zum Ufer des Taal-Lakes zu gelangen, ließ es sich nicht vermeiden noch zweimal den Jeepney zu wechseln und die letzten paar hundert Meter mit dem Tricycle zurückzulegen.
Gegen 16:00 Uhr gelangten wir zu einem Resort, von wo aus es möglich war, ein Boot zur Vulkaninsel zu chartern. Der Preis, den man uns hier anbot, war allerdings jenseits von gut und böse. Trotz intensiver Verhandlung sollte der Spaß umgerechnet mehr als DM 100,- kosten. Einfach zu teuer für den kurzen Zeitraum, der uns noch vor dem Sonnenuntergang blieb.
Etwas enttäuscht verließen wir das Resort wieder. Der Clou: Am Ausgang knöpfte man uns 50 Peso pro Person ab - für was auch immer, wir wissen es bis heute nicht. 
Die wartenden Tricyclefahrer brachten uns wieder zur Jeepney-Haltestelle. Ein Fahrzeug stand schon bereit, aber der Driver wollte erst mit vollbesetztem Wagen starten. Nach einer guten halben Stunde einigten wir uns mit den anderen Fahrgästen, für die noch freien Plätze zu zahlen. Die Fahrt war ein Abenteuer für sich: Der Jeepney-Pilot schoß wie ein Berserker die Serpentinen hoch und holte dabei alles aus seiner Schrottkiste raus. Neben den lauten Motorgeräuschen waren nur die entsetzlichen Hilferufe einer Henne zu vernehmen, die aus der Handtasche eines Mädchens linste.

Kurze Zeit später erreichten wir gut durchgeschüttelt die Bushaltestelle, bei der wir schon auf dem Hinweg ausgestiegen waren. Glücklicherweise vergingen nur zwei Zigarettenlängen bis der Bus kam, unglücklicherweise war dieser aber voll besetzt. Für die nächste halbe Stunde mußten wir uns daher mit einem Stehplatz zufrieden geben. Erst nachdem einige Fahrgäste an einer der zahlreichen Haltestellen ausgestiegen waren, konnten wir die letzten 30 Minuten des gezeigten Videos "Air Force One" im Sitzen genießen. Um 19:30 Uhr kamen wir am Busterminal in Makati an und wenig später waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tagestour, dem Las Palmas Hotel in Manila's Stadtteil Malate.